Biographie Béla Meinberg

„Zwei Dinge sollten Eltern ihren Kindern mitgeben; Wurzeln und Flügel.“

So treffend konnte schon Johann Wolfgang von Goethe die Entwicklung eines Jazzmusikers beschreiben. Übertragen heißt das: natürlich muss man experimentieren, natürlich Neues probieren und dabei doch nie das Alte, das „schon gewesene“ vergessen oder eben als „alt“ abtun.
Für Béla persönlich heißt das: die alten Meister sind das täglich Brot: Wynton Kelly, Red Garland, Bill Evans, J.S. Bach.
Der sooft gefragte „eigene Sound“ entwächst wohl vor allem der Verwurzelung im Alten, immer mehr verwachsend mit modernen Einflüssen und eigenen Erfahrungen. Heutzutage ist dieser Werdegang längst nicht mehr selbstverständlich. Oft wird das Moderne der Tradition vorgezogen und so die Basis von „Alt“ mit der Einspeisung des „Neuen“ übergangen.
Im Trio „Meinberg/Meyer/Oberbeck“ wird genau diese Herangehensweise praktiziert. Sowohl von jedem einzeln als auch im Kollektiv wird die Tradition ständig geachtet und mit Demut bewundert. In den gemeinsamen Improvisationen ermöglicht dies eine ungemeine Breite an Möglichkeiten und Richtungen.
Die Aufnahme des Debütalbums „MMO feat. Chris Cheek – The Hiker“ dokumentiert diesen Werdegang genau:

Vier Tage Studio, vier Tage Improvisation, vier Charaktere. Das Ergebnis ist das packende Debütalbum des Trios „Meinberg/Meyer/Oberbeck“, das den New Yorker Saxophonisten Chris Cheek featured.
Keine Aufnahmekabinen, keine Kopfhörer, nur ein Mikrophon pro Instrument. Pur und gnadenlos ehrlich, keine Schnitte, keine Korrekturen – alles an dieser Musik ist echt. Holzig und warm geben die teilweise 60 Jahre alten Vintage Mikrophone das dynamische Klangbild der Band wieder und erzeugen einen spürbaren Druck, den man sonst nur von frühen Jazzaufnahmen kennt.
Auf „The Hiker“ ist keine klinische Virtuosität zu hören, sondern die Innigkeit und Hingabe
improvisierender Musiker.

Béla durfte bereits mit Musikern aufnehmen und arbeiten wie David Boato, Jiggs Whigham, Tobias Delius, Wolfgang Niedecken oder Jörg-Achim Keller.

Béla ist Stipendiat der Oscar und Vera Ritter-Stiftung und Gewinner des ersten Steinway-Förderpreises für Jazzklavier-Solo, sowie des Jazz-Sonderpreises der Oscar und Vera Ritter-Stiftung. 2017 gewann er den dritten Platz beim deutschlandweit ausgeschriebenen Yamaha Jazz Piano Wettbewerb in Nürnberg.